Vorwort

Zum ersten Male nach dem zweiten Weltkrieg tritt der Kreis Warburg mit einer eigenen heimatkundlichen Veröffentlichung hervor. In Anbetracht der Bedeutung, die gutgeführte Dorfchroniken für die Nachwelt haben, und um dem Heimatpfleger und Dorfchronisten der Jetztzeit das Beispiel einer mustergültigen heimat- und kulturgeschichtlichen Niederschrift als Grundlage ihrer eigenen Arbeit zu geben, läßt die Kreisverwaltung Warburg die "Körbecker Dorfchronik" des unvergeßlichen Freundes des Warburger Landes Clemens Bremer drucken.

Clemens Bremer war ein echter Sohn Westfalens und der Warburger Heimat. Er wurde in Körbecke am 25. Januar 1835 geboren. Seine Jugend- und Schuljahre verbrachte der außerordentlich begabte Junge in seinem Geburtsort. Die Absicht der Eltern, ihn studieren zu lassen, konnte deshalb nicht in Erfüllung gehen, weil der Vater früh starb und der Sohn gleich nach Beendigung der Schuljahre auf dem elterlichen Hof helfen mußte. Bis zum Jahre 1857 war er als Eleve und später als Verwalter auf Gut Almefeld bei Alme tätig. Seiner Militärpflicht genügte er bis 1860 in Mainz, um sich dann in seinem Heimatdorf Körbecke zu verheiraten und seine weiteren Lebensjahre als Landwirt in der Heimat zu verbringen. Hochbetagt und ehrenreich starb Clemens Bremer am 6. April 1917 in Körbecke und wurde hier zu Grabe getragen.

Nicht nur ein außerordentlicher tüchtiger Landwirt war Clemens Bremer, sondern überdies ein echter Heimatfreund, der sich um seine Heimat Körbecke besondere Verdienste erwarb. Er besaß hervorragende Kenntnisse der Heimatgeschichte und bewies dieses durch seine literarische Tätigkeit. Auch eine Sammlung "Landmannsklänge" verfaßte er.

"Von und für Körbecke"

betitelt sich seine Chronik, die heute den Heimatpflegern und Schulen des Kreises Warburg überreicht wird

"zum Andenken und zur Kenntnis für unsere Nachkommen",

welches Wort Clemens Bremer seiner Chronik voranstellt, und zur Nachahmung und als Vorbild für alle, die durch Heimatliebe und ihr Amt verpflichtet sind, die Ereignisse der heutigen Zeit für unsere Nachfahren zu bewahren.

Dr. H a s s e l s

Kreisheimatpfleger